Häusliches Arbeitszimmer: Höchstbetrag von 1.250 EUR gilt pro Person


Erwerbstätige können die Kosten für ihr häusliches Arbeitszimmer mit
maximal 1.250 EUR pro Jahr als Werbungskosten oder Betriebsausgaben
abziehen, wenn ihnen für ihre Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz (z.B.
in den Räumen des Arbeitgebers) zur Verfügung steht. Ein unbeschränkter
Raumkostenabzug ist zudem möglich, wenn das heimische Büro den
Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung
bildet.

Wird ein häusliches Arbeitszimmer durch mehrere Erwerbstätige (z.B.
Eheleute) genutzt, so nehmen die Finanzämter bislang eine raumbezogene
Betrachtung vor: Nutzt jeder Erwerbstätige den Raum zu 50 % und steht
jedem nur ein beschränkter Raumkostenabzug zu, so darf jede Person nur
maximal 625 EUR pro Jahr steuerlich abziehen. Diese Berechnungsweise
entsprach der bislang geltenden höchstrichterlichen Rechtsprechung.

In zwei neuen Urteilen hat der Bundesfinanzhof nun eine Kehrtwende in
seiner Rechtsprechung vollzogen und entschieden, dass bei der Nutzung
eines häuslichen Arbeitszimmers durch mehrere Personen jedem Mitnutzer
der Höchstbetrag von 1.250 EUR in voller Höhe zusteht (personenbezogene
Betrachtung).

Hinweis: Es bleibt abzuwarten, ob die Finanzverwaltung diese
steuerzahlerfreundliche Rechtsprechung anerkennen wird. Derzeit gilt
noch ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums aus dem Jahre 2011, das
die Finanzämter bindet und eine Aufteilung des Höchstbetrags vorsieht.
Wer die Kosten für sein häusliches Arbeitszimmer nun in seiner
Einkommensteuererklärung mit 1.250 EUR pro mitnutzende Person abrechnet,
hat angesichts des Rechtsprechungswandels gute Chancen, diesen
personenbezogenen Abzug auf dem Klageweg durchzusetzen.


Information für: alle
zum Thema: Einkommensteuer


(aus: Ausgabe 05/2017)


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