Krankenversicherungsbeiträge: Parallel geleistete private und gesetzliche Beiträge zur Basisabsicherung

Das mit den Krankenversicherungsbeiträgen und der Steuer ist schon
kompliziert. Einerseits ist nach dem Einkommensteuergesetz ein
jährlicher Höchstbetrag von 1.900 EUR (für Arbeitnehmer und Beamte) oder
2.800 EUR (für Selbständige) für Vorsorgeaufwendungen absetzbar.
Andererseits werden die meisten Steuerpflichtigen auf ihren
Steuerbescheiden wesentlich höhere Krankenversicherungsbeiträge finden,
die als Vorsorgeaufwendungen die Steuer mindern. Das liegt daran, das
unabhängig von dem genannten Höchstbetrag Aufwendungen für die
Basisversorgung in der Kranken- und Pflegeversicherung uneingeschränkt
abzugsfähig sind. Dabei ist es unerheblich, ob die Basisversorgung über
eine private oder eine gesetzliche Krankenversicherung erreicht wird.

Dass diese Regelung allerdings ganz genau einzuhalten ist, musste ein
Rentnerehepaar aus dem Raum Berlin feststellen. Die Ehegatten hatten
neben der gesetzlichen Krankenversicherung, die eine sozialhilfegleiche
Basisversorgung sicherstellen sollte, auch noch eine private
Krankenversicherung abgeschlossen, die genau dem gleichen Zweck diente.
Einen Abzug der privaten Krankenversicherungsbeiträge als
Vorsorgeaufwand ließen das Finanzamt und nun auch das Finanzgericht
Berlin-Brandenburg nicht zu. Denn die Basisversorgung war ja bereits
über die gesetzliche Krankenversicherung sichergestellt. Die privaten
Beiträge waren daher nicht notwendig und deshalb nicht abzugsfähig.

Hinweis: Da zu dieser parallelen Geltendmachung von gesetzlichen und
privaten Krankenversicherungsbeiträgen, die eine Basisversorgung
sicherstellen sollen, noch keine Entscheidung des Bundesfinanzhofs
vorliegt und auch das Gesetz diesen Fall nicht behandelt, wurde die
Entscheidung zur Revision zugelassen. Wir informieren Sie, sofern es
hier Neuigkeiten gibt.


Information für: alle 

zum Thema: Einkommensteuer


(aus: Ausgabe 05/2017)


Zurück zur Übersicht